|
Story
drucken
Die Strände waren voll von Menschen, kein freier Platz
mehr. Es war Sommer, ein sehr heißer Sommer. Die Eiscafes
waren ebenso überfüllt wie der Strand. Dawn wusch sich den
Schweiß von der Stirn. „In der Hölle kann es nicht
heißer sein.“ dachte sie. Sie hatte gerade Mittagspause
und wollte ihre freie halbe Stunde nutzen, um ein wenig zu
bummeln. Sie hatte gar nicht mitbekommen wie heiß es heute
war. Das lag wohl an der Klimaanlage in der Schule, in der
sie arbeitete. Dawn hatte sich zu einer reifen Frau
entwickelt. Ihre Haare waren jetzt Schulterlang und hatten
blonde Strähnchen. Sie wurde ihrer Schwester immer
ähnlicher. Buffy hatte sich äußerlich kaum verändert.
Außer, dass sie leichte Fältchen um den Mund bekam, doch
das ist wohl normal, für eine Frau über 30. Sie war
gezeichnet von den Wunden ihrer Vergangenheit. Man sah ihr
an, dass sie viel durchlebt hatte. Auch Xander hatte sich
äußerlich kaum verändert, außer der leichte Grauschimmer
seiner Haare ließ erahnen, dass auch er gealtert war. Er
hatte eine neue Freundin gefunden, so etwa vor einem halben
Jahr hatten sie sich in einer Bar in Los Angeles kennen
gelernt. Die beiden hatten sich auf Anhieb verstanden. Immer
wieder musste Xander an Anya denken und feststellen, dass er
sie noch immer liebte. Aber sein Leben musste weitergehen
mit einer neuen Frau an seiner Seite. Sie hieß Sandra und
Dawn mochte sie sehr gerne. Alle mochten sie. Dawn
schlenderte durch die Straßen und blieb an einer Boutique
für Bademoden stehen. Sie warf einen kurzen Blick auf die
Uhr, zwanzig Minuten noch, dann musste sie zurück. Sie
öffnete die Tür der kleinen Boutique und sah sich bei den
Bikinis um. Sie hatte zwar einen, aber wenn man zwei hat,
schadet das auch nicht. Sie wollte sich morgen mit Buffy
treffen. „Und wenn Buffy mal in LA ist, dann will sie
garantiert auch zum Strand.“ dachte Dawn. Sie entschloss
sich schnell einen hellblauen zu kaufen und bezahlte fix,
denn sie hatte für ihren 5 Minuten Rückweg nur noch 2
Minuten Zeit und Giles hasste es, wenn sie zu spät kam. Als
sie in Giles Büro auftauchte schaute dieser strafend auf
die Uhr, die an der Wand hing „Dawn...schon wieder! Welche
Ausrede hast du diesmal?“ Dawn versuchte die kleine Tasche
mit dem Bikini als Inhalt hinter ihrem Rücken zu
verstecken, was ihr aber misslang. „Du warst shoppen?
Beeil dich, der Unterricht ist schon angefangen. Die
Schüler warten.“ Dawn ging durch eine weitere Tür in ihr
Büro und legte ihre Handtasche, sowie ihre Einkaufstüte ab
und machte sich auf den Weg zum Klassenzimmer 14, in dem sie
unterrichtete. Giles hatte mit Hilfe von Robin Wood eine
Schule für Jägerinnen, sowie Wächter-Lehrlinge eröffnet.
Zunächst entstand diese Art von Schule in London, wo auch
der neue Rat der Wächter aufgebaut wurde. Da aber auch die
Zahl der Jägerinnen in Amerika stieg, bauten sie vor einem
Jahr auch hier eine Schule auf. Giles pendelte zwischen
London und LA hin und her, er hatte noch niemanden gefunden,
der seine Stelle als Leiter der Schule in LA übernehmen
konnte. Dawn hatte er bereits seit des Neuanfangs in LA,
nach den Geschehnissen in Sunnydale, zur Wächterin
ausgebildet und sie machte sich sehr gut. Giles konnte sie
überreden, Lehrkraft an der Schule zu werden und nach
anfänglichen Schwierigkeiten machten es ihr richtig Spaß.
Die Klasse musste lachen, als Dawn in den Raum gestürmt
kam. „Ja ja, das ist alles sehr komisch...wo waren wir
stehen geblieben? Ach ja... Kampftechniken...“ Buffy war
im Stress. In einer Stunde ging ihr Flug nach LA und ihre
Koffer waren noch nicht fertig gepackt. Sie war zu sehr
damit beschäftigt dem kleinen Jason klar zu machen, dass er
seinen Hamster noch nicht mit nach LA nehmen konnte. Nach
einer langen Diskussion sah er es dann ein und Buffy brachte
ihn zu einem Nachbarn, der in der Zeit, wo sie Dawn
besuchten, auf ihn aufpasste. Jason war jetzt 4 Jahre alt
und richtig frech. Er war Buffy wie aus dem Gesicht
geschnitten, mit seinen blonden Löckchen und den strahlend
blauen Augen. Sie liebte ihn abgöttisch. Bald würden die
beiden nach LA ziehen. Die Entscheidung fiel Buffy schwer.
Das Haus zu hinterlassen, das sie und ihr Mann sich vor 5
Jahren gekauft hatten. Aber jetzt wo keine Hoffnung mehr
bestand Luke zu finden, wollte sie ein neues Leben anfangen.
Luke war vor einem halben Jahr nicht von der Arbeit
zurückgekehrt. Sie hatte ihn im ganzen Land gesucht. Er war
unauffindbar. Buffy hatte die Hoffnung aufgegeben, ihn
jemals wieder zu sehen. Es war ein schwerer Schlag für
Buffy und ihre ganze Familie, aber besonders für den
kleinen Jason, der zu jung war um das alles zu verstehen. Er
fragte jeden Tag nach seinem Papa und Buffy musste ihm jedes
Mal sagen, dass er nicht zurückkommen würde. Das Taxi war
bereits da und der Fahrer brachte das Gepäck zum Auto.
Buffy sah sich noch mal im Haus um und vergewisserte sich,
dass auch jedes Fenster und jede Tür geschlossen war und
schnappte sich ihren kleinen Sohn und stieg ins Taxi. Der
Flug verlief ganz ruhig, Jason schlief die meiste Zeit.
Buffy beobachtete ihn. Sie fühlte sich bei diesem Anblick
überglücklich. Sie dachte daran wie es war, als sie
erfuhr, dass sie schwanger ist und sie erinnerte sich an die
Zweifel die sie hatte, ein Kind in ihre Welt zu setzen, in
eine Welt voller Gewalt und Monster. Luke hatte ihr damals
versprochen, dass ihr Kind ein ganz normales Leben haben
würde. Wo er Recht behalten sollte, ein ganz normales
Leben...ohne einen Vater. Buffys Herz schmerzte bei dem
Gedanken an Luke und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Sie liebte Luke sehr. Als sie sich kennen lernten wollte sie
Nichts von ihm wissen. Aber als sie Luke dann näher kennen
lernte, stellte sie fest, dass er der Mann war, mit dem sie
ihr Leben verbringen wollte. Er war sehr männlich, aber
auch noch sehr kindlich in manchen Situationen. Sie liebte
das. Sie liebte ihn.
Am Flughafen von LA warteten bereits Dawn, Xander und Sandra
auf sie. Als der kleine Jason seine Tante Dawn entdeckte
riss er sich von der Hand seine Mutter los und rannte auf
sie zu. Dawn hockte sich hin und empfing ihren kleinen
Neffen mit einer herzlichen Umarmung. Beinahe hätte er sie
umgeworfen. Auch Xander und Sandra nahmen Buffys Sohn in den
Arm. Buffy nutzte die Empfangsprozedur um ihre Koffer zu
holen. Xander kam ihr zur Hilfe. „Hey Buffy, schön, dass
du hier bist.“ und drückte sie herzlich. Da kam auch
schon Dawn und gab ihrer Schwester einen Kuss auf die Wange.
„Hey, schrumpfst du oder wachse ich?“ neckte sie. Dawn
überragte sie wirklich fast um eine Kopflänge. Bei Dawn zu
Hause angekommen machte Buffy Jason fertig fürs Bett. Er
war sehr müde und es war auch schon sehr spät. Sie waren
nach dem Flughafen nicht direkt nach Dawn gefahren, sondern
haben erst noch bei Willow vorbeigeschaut, die gerade ihre
Wohnung in LA einrichtete. Sie pendelte derzeit, wie Giles,
zwischen London und LA hin und her. Aber sie entschied sich
dann doch in LA zu bleiben, sie konnte nicht ohne ihre
Freunde sein. Willow lebte wieder alleine. Sie hatte sich
von Kennedy getrennt. Willow erkannte, dass sie Kennedy
nicht wirklich liebte, nicht so, wie sie Tara oder Oz
geliebt hatte. Ihr ging es so jetzt sehr gut, sie stürzte
sich komplett in die Arbeit im Rat der Wächter und der
Schulen. Sie hoffte, dass auch ein Bereich für
Hexen-Schüler in den Schulen eingerichtet werden könnte.
Die Welt ging jetzt viel offener mit den übernatürlichen
Gegebenheiten um, als noch vor Jahren. Ansonsten wäre es
schwer für Giles geworden Unterstützung von der Regierung
für seine Schulen bekommen. „Schläft er schon?“
flüsterte Dawn. Buffy nickte und schloss die Tür hinter
sich und folgte Dawn ins Wohnzimmer. Diese hatte bereits
eine Flasche Wein geöffnet und zwei Gläser bereitgestellt.
Buffy setzte sich seufzend auf die Couch und goss sich ein
Glas mit Wein voll. „Unglaublich, wie der Kleine das alles
verkraftet.“ stellte Dawn fest. „Hey, er ist ein
Summers!“ versuchte Buffy die Stimmung aufzulockern, doch
Dawn kannte ihre Schwester ein Leben lang – zumindest
ihrer Erinnerung nach - und sie wusste, dass sie sich große
Sorgen um ihren Sohn machte. „Ich wollte ihm ein ganz
normales Leben bieten, eine normale Familie, er sollte nicht
so ein Leben haben wie ich.“ ihre Stimme versagte, sie
merkte einen Kloß in ihrem Hals, der es ihr unmöglich zu
machen schien weiterzusprechen. Sie brach in Tränen aus,
sie weinte bitterlich. Ihre ganze Trauer schien aus ihr zu
strömen. Sie konnte zuhause nicht weinen, nicht vor Jason.
Sie war die starke Buffy, das war sie immer gewesen. Aber
jetzt konnte sie nicht mehr. Dawn setzte sich zu ihrer
Schwester und diese legte ihren Kopf in Dawns Schoß. Sie
ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Als Buffy sich beruhigt
hatte, setzte sie sich auf. „Ich geh mal eben ins Bad.“
Buffy stand auf und verschwand im Badezimmer. Plötzlich
klopfte es an der Tür. Dawn sah durch den Spion, es war
Angel. Er wusste das Buffy in der Stadt war und kam wie
gewöhnlich bei Dawn vorbei, um sie zu besuchen. Buffy und
er verstanden sich sehr gut. Dawn bat Angel rein. Angel
hatte – wie immer – Blumen mitgebracht. Dawn fand das
sehr süß von ihm. Sie merkte, dass er nervös war, es war
das erste Mal, dass die beiden nach Lukes Verschwinden
aufeinander trafen. Angel kannte Luke, und er musste
zugeben, dass er ihn mochte und es ihm Leid tat, was mit ihm
geschehen war, nicht nur Buffy wegen, sondern auch wegen
Jason. Angel setzte sich auf den Couchsessel und Dawn
klopfte an die Badezimmertür „Buffy, Angel ist da.“
Buffy öffnete die Tür und wusch sich die Tränen aus den
Augen. Sie umarmte Angel kurz und setzte sich wieder auf
ihren Platz. Sie tauschten die oberflächlichen Neuigkeiten
aus, bis Angel auf Luke zu sprechen kam. „Buffy, es tut
mir wirklich leid, was mit Luke passiert ist. Ich mochte ihn
wirklich. Er war ein guter Mann. Wenn du irgendwie...“
„Ja, ich weiß, aber ich brauche keine Hilfe, wir kommen
schon klar.“ unterbrach Buffy ihn. Dawn merkte die
angespannte Situation und lenkte vom Thema ab „Wie
geht’s den anderen Angel? Hab lange nichts mehr von euch
gehört!“ Angel verstand, dass das Thema im Moment nicht
angebracht war und ging auf Dawns Frage ein „Ja, also den
geht’s gut, unverändert, viel Arbeit, wenig Geld, du
kennst das ja. Schöne Grüße von Spike soll ich bestellen,
er wird diese Woche wieder zurück nach LA kommen.“ Spike
war, nach dem er sich in Sunnydale geopfert hatte, durch ein
Amulett zurückgekehrt. Angel und er hatten Seite an Seite
gekämpft und waren so etwas wie Freunde geworden. Dennoch
ließen sie es nicht aus dem anderen ab und an mal einen
reinzuwürgen. Spike war derzeit ebenfalls, wie Faith, in
England, um den Schülern in London einige Lektionen zu
erteilen. Spike machte es immer noch Spaß kleine
Jägerinnen zu erschrecken. Wenn er sein Vampirgesicht
aufsetzte war er für die jungen Mädchen immer noch
bedrohlich, auch wenn alle wussten, dass er ihnen nichts tun
würde. Aber er war ja immerhin Spike, der zwei Jägerinnen
getötet hatte. Viele der Mädchen standen auf ihn und er
konnte sich vor Angeboten kaum retten, doch sein untotes
Herz gehörte nach all den Jahren immer noch der einen
Jägerin, Buffy. Am nächsten Tag in der Jägerinnen Schule
war Giles schon früh im Büro gewesen um den üblichen
Bürokram zu erledigen. Er hasste diese Aufgabe, aber einer
musste es ja tun. Damals in der Magic Box hatte er dafür
zum Glück Anya. Sie fehlte ihm sehr, auch wenn er das nie
offen zu geben würde. Sie war schon eine seltsame Frau,
aber auf ihre Art sehr liebenswert. Als Giles kurz seinen
Blick aus seinen Unterlagen hob blickte er in die blauen
Augen von Jason, der gerade das Büro des Engländers
betreten hatte und nun auf Zehenspitzen versuchte über die
Tischplatte zu gucken. Giles lächelte, er liebte diesen
Jungen, er war ja sozusagen sein Enkel. Nicht biologisch,
aber es fühlte sich so an. „Hallo kleiner Mann, wolltest
du mal den Onkel Rupert besuchen? Wo ist denn deine Mama?“
„Mama ist mit Tante Dawn in die Klasse gegangen und hat
gesagt ich soll nicht weglaufen, aber bin ich trotzdem.“
grinste der kleine Lockenkopf. Giles nahm ihn an die Hand
und suchte nach Buffy. Er fand sie schließlich. „Da bist
du ja. Was hab ich dir gesagt?“ richtete Buffy ihre Stimme
gegen ihren kleinen Sohn. „Lauf nicht noch mal weg, hast
du verstanden?“ Ihr Blick war ernst. Es fiel ihr schwer
sich durchzusetzen. Sie wollte nicht zu hart mit ihm sein.
„Hi Giles, es tut gut sie zu sehen.“ Sie umarmten sich.
„Buffy, du siehst gut aus.“ Buffy lächelte. Sie kannte
ihn gut, er war unsicher und wusste genau, dass Buffy
verheult und gestresst aussah. „Haben Sie Lust mit zum
Strand zu kommen? Der kleine Mann hier und ich wollten ein
bisschen Baden gehen.“ „Nein, geht ihr zwei mal allein,
ich hab hier noch viel zu tun.“ „Haben Sie noch immer
niemanden für die Stelle gefunden?“ Giles schüttelte den
Kopf und ging wieder in sein Büro. Buffy schnappte sich
ihre Tasche, die auf dem Boden vor dem Klassenzimmer lag und
machte sich mit Jason auf zum Strand. Auf dem Weg kamen sie
an dem Appartementkomplex, in dem Angel und Spike ihre
Wohnungen hatten, vorbei. Sie hatten beide ein Appartement
im Keller des Gebäudes. „Ist wahrscheinlich auch
angenehmer für einen Vampir, als ein Penthouse mit
Strandblick.“ dachte sie sich. Sie überlegte ob sie ihnen
einen Besuch abstatten sollte. Vielleicht war Spike ja schon
wieder da. Er hatte Angel wahrscheinlich nicht genau gesagt,
wann er zurückkommen würde. Sie wollte ihm unbedingt Jason
vorstellen. Sie kannten sich noch nicht. Buffy hatte Spike
erst einmal gesehen, nachdem er „von den Toten“
zurückgekehrt war. Sie hatte nicht mit ihm geredet, ihn
aber gesehen und das verursachte zu viel Verwirrung in ihrem
Kopf. Sie war damals frisch in Luke verliebt und wenn sie
damals die Möglichkeit genutzt hätte, Spike wieder näher
zu kommen, wäre sie wahrscheinlich nie Mutter eines so
tollen Jungen geworden. Jason zog ungeduldig an der Hand
seiner Mutter. Man konnte von der Straße aus den Strand
sehen und der Junge hatte sich schon so auf das Sandburgen
bauen mit seiner Mama gefreut. Buffy löste ihren Blick von
dem Gebäude und folgte ihrem Sohn in Richtung Strand. Spike
beobachtete die beiden vom Kellerfenster aus. Ihm ging es
ebenso wie ihr, er war unsicher. Er hatte Angst vor dieser
Begegnung. Aber zum ersten Mal hatte er ihren Sohn gesehen,
wenn auch nur vom Weitem. Es erfüllte ihn mit einem
Gefühl, das er nicht zu ordnen konnte. War es Eifersucht?
War er eifersüchtig, dass dieses Kind, nicht auch seines
war? Spike blickte aus dem Fenster und sah den beiden nach,
bis sie um die Ecke in Richtung Strand bogen. Zu gerne
würde er ihnen folgen, doch er würde nicht weit kommen,
schließlich schien die Sonne und es gab immer noch keinen
UV Filter, der eine Vampirhaut vor der Sonne schützte.
Buffy und Jason machten es sich unter einem Sonnenschirm
bequem. Buffy reibte die Haut ihres Jungen mit Sonnencreme
ein, als Xander und Sandra sich zu den beiden gesellten.
„Hey T-Man, willst du mit dem X-Man baden gehen?“
begrüßte Xander sein Patenkind. Sandra nahm neben Buffy
Platz. Nach einer Stunde stieß auch Dawn hinzu. Die fünf
verbrachten einen unbeschwerten sonnigen Tag am Strand.
Jason wurde mit der Zeit müde und da Buffy heute Abend zu
tun hatte, nahmen Xander und Sandra ihn mit zu sich nach
Hause. Buffy machte sich auf den Weg zu Dawns Wohnung um
sich frisch zu machen. Heute gab es in der Schule ein
kleines Fest. Buffy und Willow hatten sich bereit erklärt,
die Patrouille zu übernehmen, während die anderen
feierten. In der Schule versammelten sich bereits die ersten
Schüler aufgeregt in der Aula. Im Büro wartete auch schon
Willow ungeduldig auf sie und herzte ihre beste Freundin,
als sie sie erblickte. Die beiden machten sich auf den Weg.
Als sie die Tür passieren wollten, lief Spike sie fast um.
„Hey, was hat dich denn gebissen?“ fragte Willow. Spike
wollte gerade antworten als Angel ebenfalls zur Tür
hereinkam „Wenn dir nicht passt wie ich Auto fahre, dann
kannst du das nächste Mal ja zu Fuß gehen.“ Spike
verdrehte die Augen „Ja, vielleicht tu ich das ja auch.
Dann wäre ich schon längst hier und müsste dein Gelaber
nicht ertragen.“ Angel hätte ihm zu gern eins
übergebraten, aber er schubste ihn nur weiter in den Flur
hinein in Richtung Aula. Spikes und Buffys Blicke trafen
sich kurz. Buffy musste schmunzeln, bei der Szene, die Spike
und Angel ablieferten. Sie waren Nachbarn und hatten viel
zusammen erlebt, aber Rivalen waren sie irgendwie immer
noch. Auch Xander kam zur Tür rein. „Buffy, ich hoffe es
ist okay, wenn Sandra allein auf Jason aufpasst, Giles hat
mich gebeten mich um die Getränke zu kümmern.“ „Ja,
das ist ok.“ bestätigte Buffy. Auf dem Weg zum ersten
Friedhof plauderten Willow und Buffy über die Ereignisse
der letzten Wochen. Willow erzählte, was beruflich bald
alles auf sie zukam und Buffy hörte ihr interessiert zu.
Auf ihrem Weg erblickten die Hexe und die Jägerin einen
ihnen sehr bekannten Mann, der aus einem düsteren Haus raus
kam. Er sah verändert und sehr beängstigend aus. Hinter
ihm kamen nun zwei weitere Gestalten zum Vorschein, es waren
Vampire. „Das war doch nicht Riley eben, oder?“
flüsterte Willow. Es war Riley. Willow hatte richtig
vermutet. Nur was brachte ihn dazu in so ein Haus zu gehen
und vor allen Dingen, in ein Haus, in dem offensichtlich
Vampire hausten? Buffy und Willow folgten ihm leise. Rileys
Gang wurde immer schneller und die beiden hatten es schwer,
ihm zu folgen. Plötzlich war er verschwunden. Buffy und
Willow blieben stehen. Buffy drehte sich um, niemand zu
sehen. Dann war er plötzlich wieder da, und stand direkt
vor ihnen. Er sah noch beängstigender aus, als vorhin.
Seine Augen waren starr und gezeichnet von tiefen Rändern.
Aber er schien kein Vampir zu sein, was Buffy zunächst
vermutete. Etwas war mit ihm passiert, nur sie vermag zu der
Zeit noch nicht zu ahnen, was es war.
Er sah Buffy nicht an, er schien vielmehr durch sie hindurch
zu sehen. Willow versuchte Rileys Aufmerksamkeit zu
erlangen, vergeblich. „Er befindet sich in einer Art
Trance. Ich versuche auf dem anderen Weg mit ihm zu
reden.“ Doch sobald Willow versucht in Rileys Gedanken zu
sehen, rührte er sich: „Willow? Buffy! Ich habe euch
gefunden.“ Er schien sehr erleichtert zu sein. „Ich habe
versucht, Kontakt zu euch aufzunehmen, doch hier ist alles
anders als bei mir.“ „Ja, in Iowa gibt’s nicht so
viele Autos und Strand und Smok.“ neckte Buffy. Riley
blieb ernst „Nein, ich meine nicht Iowa…ich kann es euch
nicht erklären. Giles sollte dabei sein.“ Also machten
sie sich auf den Weg zur Schule. Buffy musterte ihn, er sah
genau so aus wie früher. Er schien keinen Tag älter
geworden zu sein. In der Schule angekommen lotste Willow
Giles, Angel, Spike und Xander ins Büro, wo Riley und Buffy
warteten. Sie starrten beide auf den Boden, keiner sagte
etwas. Als Spike Riley erblickte wurde er sauer „Was? Er?
Er ist der Grund warum ich mich von einer Meute Jägerinnen
verabschieden musste? Also, da muss du aber einen wichtigen
Grund haben.“„Ich habe einen wichtigen Grund. Die Lage
ist ernst.“ konterte Riley. „Riley, was ist mit Ihnen
geschehen?“ fragte Giles. Riley stellte sich hin und
suchte die passende Worte um das, was mit ihm geschehen war,
zu beschreiben: „Ich sage es mal so, ich bin nicht der
Riley den ihr kanntet. Und nein, ich bin kein Vampir, aber
ja, ich bin auch kein Mensch. Aber ich fang mal von vorne
an.“ Er ging ein paar Schritte auf und ab und begann dann
schließlich, zu erzählen „Als in Regierungskreisen
bekannt wurde, was in Sunnydale vor sich geht, rüstete
unsere Kompanie auf. Wir gingen davon aus, dass wir euch zur
Seite stehen sollten. Doch da hatten wir uns alle
getäuscht. Vielmehr rüsteten wir uns für den Kampf aus,
der auf uns zukommen würde, wenn du versagt hättest
Buffy…“Spike unterbrach ihn „Sorry, aber ich
wars…ich habe die Welt gerettet…nur so nebenbei.“
Riley fuhr fort: „Okay, wenn Spike versagt hätte. Mir war
unklar wie unsere Truppe von 50 Mann gegen tausende Dämonen
gewinnen sollte, wenn noch nicht mal ihr es hättet schaffen
sollen. Dennoch traute sich keiner diese Bedenken
auszusprechen, außer ich. Sie sagten, sie teilen mich einer
anderen Mission zu, wenn ich meine Ansichten nicht ändere.
Ich hielt an meiner Meinung fest und sie sagten, sie würden
mich jetzt einer höheren Macht übergeben. Gesagt, getan.
Es erschien ein Licht, dass mich erfasste und ich bin dann
glaub ich ohnmächtig geworden. Denn als ich aufwachte,
befand ich mich hier in LA. In dem Haus, aus dem ihr mich
habt kommen sehen. Ich verstehe nicht wie ich hier her
gekommen bin, aber ich weiß warum sie mich hierhin
geschickt haben. Wer auch immer Sie waren.“ Buffy runzelte
ihre Stirn „Riley, das ergibt doch alles keinen Sinn. Was
für eine Mission soll das denn sein?“ Giles schien etwas
mehr von der Geschichte verstanden zu haben als Buffy:
„Interessant…sie haben Sie also in die Zukunft
geschickt.“ „Ja, aber nicht richtig, ich…sehen sie
selbst.“ Riley öffnete sein Hemd. Auf seiner Brust waren
Zeichen, Hieroglyphen oder Ähnliches. Willow trat näher an
ihn heran und versuchte die Zeichen zu entziffern. „Ich
weiß, was hier steht, ungefähr.“ stellte sie fest und
übersetzte den ersten Text „Das Kind eines Gottes,
geboren von der Auserwählten, der einen Jägerin, gejagt
von des Teufels Weib.“ „Kind einer Jägerin und eines
Gottes? Ich kenne keine Jägerin, die ein Kind hat…“
warf Xander verwirrt ein. „Ich…was ist mit mir? Was ist
wenn das Kind Jason ist?“ fragte Buffy. Riley erstaunt
„Du hast ein Kind? Seit wann?“ Buffy lächelte „Seit 3
Jahren. Aber sein Vater war kein Gott, er war
Polizist….“ „Buffy, es kann nur um Jason gehen. Es
heißt doch die EINE Jägerin und das bist du.“ Buffy
„Sie meinen Luke…er ist gar nicht verschwunden? Er ist
gegangen?“ „Das denk ich nicht. Es scheint so, als wäre
es prophezeit gewesen. Alles vorher bestimmt.“ vermutete
Willow. Plötzlich blutete Rileys Brust. Er schrie nicht, er
fühlte keinen Schmerz. Auf seiner Brust erschien wiederum
ein neues Schriftbild. Willow konnte auch diese Schrift
lesen: „Es ist Latein…es bedeutet…Nur der Vampir mit
Seele, der aus wahrer Liebe handelt, kann das Kind
erretten.“„Ganz klar, damit bin ich gemeint.“ stand
Angel sicher und bereit zum Kampf vor Riley. „Pfft…warum
du?“ entgegnete Spike. Buffy: „Hey, mich interessiert
viel mehr wer diese Braut des Teufels ist.“ Giles nahm
seine Brille ab „Es muss jemand sein, der dir und Jason
nahe steht, aber den du noch nicht lange kennst.“ Buffy
grübelte „In unserer Siedlung ist vor kurzem eine junge
Frau gezogen. Ach ne, ein junger Mann, die Frauenklamotten
die er jeden Freitagabend trägt, haben mich verwirrt.“
Spike schien jemanden unter Verdacht zu haben „Eine Frau,
die Jason und dir nahe steht, aber noch nicht lange in
deinem Leben ist? Das kann doch nur eine Person sein…“
Xander unterbrach ihn „Sandra?“„Ja mein Schatz!“
Sandra stand vor ihnen, den kleinen Jason im Arm. Der Kleine
weinte und rief nach seiner Mama. „Sandra, gib ihn mir.
Was hat er dir denn getan?“ flehte Buffy. Sandra lachte
„Buffy, verabschiede dich von deinem Sohn, er wird mit mir
gehen, in das Reich von Dehayd, dort wird er leben mit
meinen Kindern und wenn seine Zeit gekommen ist, wird er
sich aus freiem Willen hinabstürzen in die Schlucht des
Seyda Neben und den Untergang der Menschheit besiegeln.“
Sobald Sandra ihre Ansprache vollendet hatte, erschien eine
Tür mitten im Raum. Sie öffnete sich und Buffy und ihre
Freunde sahen in ein schwarzes Nichts. Jason tobte und
streckte seine Arme Buffy zu. Giles wiederholte die
Worte:“Nur ein Vampir mit Seele, der wirklich liebt, kann
das Kind erlösen!“ Er blickte zu Spike und Angel. Angel
wandte seinen Blick Spike zu und schlug ihn nieder.
„Diesmal bin ich an der Reihe Spike!“ und ging auf
Sandra zu. „Du willst deine Seele, deine Erlösung für
dieses Kind hergeben?“ „Ja!“ antwortete Angel sicher.
„So sei es!“ kicherte Sandra „dann ist deine Welt
jetzt dem Untergang geweiht, mir sei es Recht so.“ Sie
ließ Jason los, der sofort in die Arme seiner Mutter
rannte. Angel durchstoß ein Lichtstrahl, der im Nichts des
Schwarzes endete. Laut lachend verschwand Sandra und Angel
viel zu Boden. Er lag regungslos da. Willow drehte ihn um.
Angel öffnete die Augen und schnappte nach Luft. „Ich
lebe…“ Willow tastete seinen Puls „Er lebt
tatsächlich. Angel, du bist ein Mensch!“ „Oh
nein….jetzt hat der Mistkerl doch die Prophezeiung
erfüllt!“ sagte Spike. „Nein, ganz so ist es nicht. Er
kann nicht hier bleiben.“ Vor ihnen stand in weißes Licht
gehüllt Cordelia und streckte ihre Hand nach Angel aus.
Dieser nahm ihre Hand. „Du warst sehr mutig und die
Prophezeiung erfüllte sich, du wirst ein Mensch. Dennoch
bist du zu schwach, so dass du gleich sterben wirst. Aber
fürchte dich nicht Angel. Ich begleite dich….“ Nun
wandte Cordelia ihren Blick Buffy zu „Buffy, du wirst
eines Tages verstehen, warum wir so handeln mussten. Luke
wusste selbst nicht, was er war. An dem Tag wo er
verschwand, haben wir ihn zurückgeholt zu uns. Es geht ihm
gut, mach dir keine Sorgen. Ich soll dir sagen, dass er dich
liebt und euren Sohn auch und das er auf euch aufpasst. Dein
Sohn ist etwas ganz Besonderes. In ein paar Jahren wirst du
alles verstehen.“ Cordelia verschwand und Angels Körper
erschlaffte. Er war tot, wirklich tot. Er hatte Buffy´s
Sohn gerettet, in Gedanken an die eine Frau, die er immer
noch liebte – Cordelia. Er spürte, in dem Moment als er
erfuhr, wie Jason zu retten war, dass sie ihm zur Seite
stand. Und das tat sie auch. Nun erhielt er endlich die
Erlösung, nach der er Jahrhunderte lang gesucht hatte.
ENDE
|